Blog von Ronald Hindmarsh

Rechtschreibung wie bei Memory

Bremen, 14. 9. 2011

In der Schule werden Rechtschreibfehler erst jahrelang toleriert, anschließend aber bestraft. Darüber hinaus wird den Schülern eine Rechtschreibstrategie vermittelt, die weder praxistauglich noch eindeutig und sicher ist. Kein Wunder, wenn viele Schüler erst irritiert, dann verängstigt sind und schließlich zu Legasthenikern werden. Wie kommt es, dass ein Kind an die 500 Pokemon sicher unterscheiden kann, das Wort "von" aber mal mit "v" und mal mit "f" schreibt?

Rechtschreibung wird deutlich leichter, wenn die Schüler mithilfe einer visuellen Rechtschreibstrategie die korrekte Schreibweise der Wörter ohne Umschweife gleich zu Beginn lernen. Wer einmal gegen ein Kind Memory gespielt hat, weiß, wie schnell und sicher das visuelle Gedächtnis bei Kindern funktioniert.

Bei phonetischen Mehrdeutigkeiten treffen „gute Rechtschreiber“ die Entscheidung über die richtige Schreibweise anhand der Erinnerung an das Bild des korrekt geschrieben Wortes. Im Gegensatz zu den Regeln sind Wortbilder nicht nur eindeutig, sie werden auch viel schneller im Gehirn verarbeitet. Falsch geschriebene Wörter seen fallsch auss, richtige sehen richtig aus. Das fällt sofort ins Auge.

Warum kann man nicht von Anfang an sowohl mit der auditiven als auch der visuellen Darstellung von Wörtern arbeiten? Rechtschreibregeln helfen den Schülern zu verstehen, warum die Erwachsenen so „merk-würdig“ schreiben. Mit einer fachgerechten Anleitung zur Nutzung ihres visuellen Gedächtnisses lernen sie, wie man korrekt schreibt. Nebenbei dürften die vielen Rechtschreibfehler wegfallen, die durch Fehlinterpretation der Regeln entstehen.

Auf Basis dieser Überlegungen läuft derzeit ein Pilotprojekt zur Prävention von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) an einer Bremer Grundschule. Die Grundüberlegungen entstammen der visuellen Rechtschreibstrategie nach Robert Dilts, wie sie im mittlerweile recht verbreiteten NLP-LernCoaching zur Anwendung kommt. Im Zuge meiner Recherchen im Internet bin ich inzwischen auf weitere Leute gestoßen, welche die Bedeutung von Wortbildern erkannt und Wege zur Nutzung gefunden haben.

Zuerst ein Video von Thomas Hofmann, einem Lerntrainer aus Hannover. Er beschreibt seine persönlichen Erfahrungen:

Hier ein Video mit dem Neurobilogen Reinhard Werth. Es zeigt unter anderem, mit wieviel Spaß Kinder ihre visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten nutzen, auch dann, wenn sie Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten haben: